Der Sohrener Ried wurde zu einem Zeltdorf und einem Olympiagelände mit Bierdeckeldiskuswerfen, Wasserkrugstemmen, Kartenhochhäuserbauen oder Teebeutelweitwurf waren einige der Olympiadisziplinen. Zelte zum Schlafen, Jurten zum Kochen, Essen oder Trinken und verschiedene Feuerstellen zum Wärmen oder Grillen ließen ein Dorf im Dorf entstehen.

Anlass war das zehnjährige Bestehen des Pfadfinderstammes Sohren. 1999 gründeten engagierte Eltern mit Diakon Clemens Fey diesen Stamm der Pfadfinder St. Georg. „Sie begeisterte die Pädagogik, die sie 1998 auf einem Spielefest hier im Ried kennengelernt haben“, so Clemens Fey in seiner Predigt. In seinem Predigtgespräch kamen auch die Wölflinge, die Stammesjüngsten, zu Wort. Philipp und Pascal Bärtges, Merlin Losse und Noah Layfield erklärten die drei Prinzipien der Pfadfinder unter dem Motto „Allzeit bereit“: Schau auf den anderen, schau auf Dich selbst und schau auf Gottes Schöpfung, somit sei bereit für eine bessere Welt. Die vier Jungen waren ohne Vorbereitung vor die Gottesdienstbesucher getreten. Die Fragen von Clemens Fey zu drei Symbolen beantworteten sie spontan. Sie machten durch ihre Antworten deutlich, wie sehr Seil, Halstuch und Erdkugel für die Prinzipien der Pfadfinder stehen. Ihnen war wichtig, dass ein Seil sie verbinden, sichern und halten kann. Bei jedem Jurtenbau brauchen Sie es. Das Halstuch ist ihr Pfadfindersymbol. Es schmückt und wärmt sie, gibt ihnen ein Zugehörigkeitsgefühl. Als Pfadfinder wollen sie aber auch die Schöpfung bewahren. Für einen Pfadfinder gehört die Zeit in der freien Natur einfach dazu. So haben sich viele vom regnerischen Wetter nicht abhalten lassen: Das gesamte Lagerwochenende wurde von Pfadfindern aller Altersgruppen gestaltet. So waren überall fröhliche Gesichter zu sehen. Sei es bei der Olympiade, beim Filzen, dem Einbrennen der Lilie in eigene Kettenanhänger oder am Lagerfeuer. Johannes Weiler war als Schiedsrichter an einer Olympiastation im Einsatz: „Es war ein schöner Tag, trotz des Wetters. Echte Pfadfinder haben auch keine Angst vorm Regen.“ So hält Werner Huesgen mit den Pfadfindern und Rovern das Feuer des Flammkuchenofens in Gang, während Katharina Stadtler das Filzen erklärt. Sie eines der vielen Ehepaare, die Gruppenstunden gestalten, mit auf Zeltlager fahren oder bei den vielen Aktionen des DPSG-Stammes dabei sind.

Was lässt sie oder einen Stammesvorsitzenden wie Josef Goeres nach 10 Jahren noch immer begeistert dabei sein- bei Wind und Wetter? Neben Arbeit und Familie findet er die Zeit den Sohrener Stamm mit Unterstützung vieler fleißiger Hände wachsen und gedeihen zu lassen. „Als Kind und Jugendlicher war ich bei den Pfadfindern, dann hatte ich nach dem Start ins Berufsleben und dem Umzug auf den Hunsrück 20 Jahre Entzugserscheinungen- bis wir 1999 gestartet haben.“, erzählt Josef Goeres. Sicherlich haben ihn und seine Familie viele Ereignisse in diesen zehn Jahren immer wieder motiviert. Besonders bewegt hat ihn der Stammesgottesdienst anlässlich des 11 September 2001. Ihm und seiner Frau Andrea hat aber auch besonders das Zeltlager an der Lahn 2005 gut getan. Kinder, Jugendliche, der Zeltplatz an der Lahn und das Wetter machten daraus ein besonderes Highlight.

Dieses Highlights für viele Kinder und Jugendliche sind nur durch besonderes ehrenamtliches Engagement möglich. Dies stellte Clemens Fey in seinem Dankwort auch im Namen des Dekanates deutlich heraus. Zeit zu teilen, ist das Geschenk schlechthin. „Vielen helfenden Händen in den letzten 10 Jahren wollen wir herzlich Danke sagen“, so Clemens Fey. Klaus Gewehr übermittelt Glückwünsche der Verbandsgemeinde und als Zeichen der Anerkennung einen Scheck. Auch die Glückwünsche der Ortsgemeinde Sohren wurden vor dem Lagergottesdienst übermittelt. „Unserem Gemeinderat und den Bürgern ist bewusst, welche Bedeutung ihr Engagement für unsere Familien und unser Zusammenleben hat. Wir wissen dies sehr zu schätzen“, so Bürgermeister Markus Bongard. Er brachte neben dem Scheck auch Chronik und Wappen des Dorfes mit. Diese sollen in der geplanten Stammeshütte ihren Platz finden. Die Ortsgemeinde hat den Pfadfindern eine Wiese verpachtet. Dort soll die erste Stammeshütte in Eigenleistung errichtet werden. Der Erlös der Jubiläumsfeier fließt auch in dieses Projekt. Der Stamm Sohren freut sich über jede Form der Unterstützung bei diesem Bauvorhaben. Ansprechpartner ist Stammesvorsitzender Josef Goeres aus Sohren.

Quelle: Claudia Joerg




Ein besonderen Dank möchten wir an Mike Eiserloh für sein tolles Present aussprechen, dass er selbst für uns gefertigt hat